Nigeria-Connection – wie man Opfer findet

Golem.de berichtet über eine Studie von Microsoft:

Nahezu jeder, der im Internet unterwegs ist, hat sie schon einmal bekommen: die eMails in miserablem Deutsch, wonach man ein Millionenvermögen in Afrika geerbt hat und nur einige hundert Dollar für die notwendigen Auslagen überweisen soll, um an das große Geld zu gelangen. Hahnebüchen sind die Geschichten, die da erzählt werden.

Nun gibt es mit Sicherheit auch in Nigeria Leute, die halbwegs ordentliches Deutsch schreiben und sich eine bessere Geschichte ausdenken könnten. warum sie es nicht tun, hat Microsoft untersucht:

Der Versand der E-Mails kostet den Betrüger fast nichts, so dass die Zahl der Empfänger beliebig ausgeweitet werden kann.

Antwortet ein Empfänger auf eine solche Mail, muss der Betrüger aber reagieren. Das verursacht einen hohen Aufwand, da nun individuell auf die Fragen und Sorgen des Opfers eingegangen werden muss. So entsteht mitunter ein reger E-Mail-Austausch, bis das Opfer endlich überzeugt ist und zahlt. Viele springen allerdings vorher ab und durchschauen den Betrug.

Um die Absprungraten und damit die Kosten niedrig zu halten, müssen sich die Betrüger ihre Opfer aussuchen können und genau das ist der Grund dafür, dass so offensichtlich schlecht gemachte Lockangebote verfasst werden, wie Microsoft herausgefunden hat: Nur die leichtgläubigsten Empfänger reagieren überhaupt auf die Nigeria-E-Mails. Und die sind am ehesten zu überzeugen, Geld zu überweisen.

Die mies gemachten Betrügerschreiben dienen als Filter, um “falsch-positive” Kontakte, die nur Mühe verursachen, von vornherein auszusortieren. Die Opfer suchen sich ihr Schicksal sozusagen selbst aus, indem sie antworten, während die Unüberzeugbaren nicht reagieren.

Wie sagte mir neulich ein Polizeibeamter: Betrug zeichnet sich dadurch aus, dass sich das Opfer Vorwürfe macht.