verzweifelte Mutter mit 15jährigem Sohn, die auf ein leeres Portemonnaie starren

Sparpläne auf dem Rücken der Schwächsten: Warum die Kürzung des Unterhaltsvorschusses ein soziales Armutszeugnis ist

Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) plant drastische Einschnitte beim staatlichen Unterhaltsvorschuss: Die Altersgrenze für den Anspruch soll schnellstmöglich von 18 auf 15 Jahre abgesenkt werden. Die Begründung? Die Kosten seien seit der großen Reform 2017 zu stark gestiegen – der Vorschuss habe sich zu einem der größten Kostenfaktoren für Kommunen entwickelt. Als Rechtsanwalt, der täglich mit Trennungsfamilien arbeitet, muss ich in aller Deutlichkeit sagen: Diese Sparmaßnahme ist extrem unsozial und wälzt das Versagen des Staates auf Alleinerziehende ab.

Der Unterhaltsvorschuss ist kein Geschenk. Er ist eine staatliche Ausfallbürgschaft für Kinder, deren barunterhaltspflichtiger Elternteil – meist der Vater – nicht zahlt. Dass die Kosten gestiegen sind, zeigt nur, wie riesig der Bedarf in der Realität ist. Anstatt das massive Vollzugsdefizit anzugehen und säumige Zahler konsequent in Regress zu nehmen, wird der Rotstift nun bei den Ärmsten angesetzt.

Besonders bitter:

  • Jugendliche kosten mehr, nicht weniger: Genau in der Phase vor dem Schulabschluss oder der Ausbildung den Schutzschirm wegzuziehen, reißt tiefe Löcher in ohnehin knappe Haushaltskassen.

  • Das gebrochene Koalitionsversprechen: Eigentlich hatten sich CDU/CSU und SPD im Koalitionsvertrag darauf verständigt, das Kindergeld künftig nur noch zur Hälfte statt voll auf den Unterhaltsvorschuss anzurechnen, um Alleinerziehende zu entlasten. Prien erteilte dem nun eine klare Absage: Das sei „zur Zeit einfach nicht finanzierbar“.

  • Reine Kosmetik durch Mogelpackungen: Die Ministerin kündigte zwar an, säumige Zahler künftig härter zu verfolgen – etwa durch Führerscheinentzug bei Falschangaben zur Auskunft. Doch gleichzeitig bei den Kindern zu kürzen, entlarvt die Prioritäten. Zudem ist die Ersparnis reine Illusion: Viele betroffene Familien werden durch den Wegfall schlicht direkt in das Bürgergeld rutschen.

Fazit: Alleinerziehende tragen bereits das höchste Armutsrisiko unserer Gesellschaft. Sie haben keine große Lobby und blockieren keine Straßen. Es ist beschämend, das staatliche Haushaltsdefizit auf ihrem Rücken zu sanieren. Der Staat darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen, nur weil er unfähig ist, das Geld von den tatsächlichen Schuldnern einzutreiben.

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